Possi's Extremreise-Ausrüstung

V 1.1.0 vom 27.02.96, Update 29.10.97 ©1996


Das hatte ich in
Australien dabei...

Das Foto zeigt, was ich auf meiner 6-Wochen-Australien-Reise für 2 Personen alles mitgenommen habe. Es ließ sich problemlos in und auf den 2 Alukoffern sowie dem Enduro-Tankrucksack verstauen. Die zwei Alukoffer und den Tankrucksack haben wir dann einfach als normales Gepäck im Flugzeug mitgenommen.

Der wichtigste Tip: kein Ballast mitschleppen!

Maximal 15 Kilo sind akzeptabel, 20 Kilo die absolute Schmerzgrenze. So banal es klingt, aber die meisten fahrtechnischen Probleme entstehen durch das Gepäck.

Ich schreibe mal dazu, wie ich das auf meiner Marokkoreise gemacht habe: da habe nur knapp 17 Kilo "unverzichtbares Gepäck" mitgenommen. Dieses Gepäck war eigentlich schon sehr umfangreich, und so zusammengestellt, daß ich mir - ggf. auch ohne den Reisepartner - technisch praktisch immer selber helfen konnte. Es ist eine vollwertige Campingausrüstung dabei (natürlich ohne Tisch und Stühle...), mein Partner konnte hier also bereits Gewicht sparen (gegenseitig absprechen!). Mit diesem Gepäck sollte auch jeder Andere auskommen.


Mein Gepäck (Beispiel Marokkoreise) besteht im Wesentlichen aus folgendem:


Zelt NorthFace Tadpole (1991 g), incl. Plane (387g), 4 Plastik-Sandhäringe (150g): 2,5 kg
Schlafsack NorthFace BlackKazoo (1118g): 1,1 kg
Isomatte RidgeRest im Beutel (355g): 0,3 kg
Erste Hilfe, Nagelzeug: 0,6 kg
Wantenschloß (2 Meter 6mm-Nirosta-Wante mit 2 Ösen vom Segelmacher, dient zum Ansperren von Jacken, Hosen, Helmen usw. gegen schnellen Zugriff): 0,3 kg
kleines Handtuch offen: 0,1 kg
Rolle Hakle 1000 Toilettenpapier im alten Zeltbeutel: 0,4 kg
3 Karten, Kartentasche, 3 Reiseführer, grüner Beutel: 1,8 kg (ich lese viel in Reiseführern, hier kann man noch sparen!)
2 Trinkflaschen (Markill 1 ltr., leer): 0,3 kg
Benzin-Kocher russisch im Beutel: 0,9 kg (es gibt leichtere, der ist aber immer noch am betriebssichersten gewesen)
Ersatzvisier: 0,1 kg
Stirnlampe Petzl Mini, Notizheft A6 (abends lesen und Notizen machen): 0,2kg
Dokumententasche mit Geldbeutel (normalerweise i.d. Fototasche): 0,5 kg
Fressbeutel (incl. Messer, Gabel, Löffel, Schweizermesser, Würze, Feuerzeug,Blechbecher, Mikropur, Netzgummi, Klettband f. Kofferdeckel, Reifengummiringe, Brennpaste, Rep.Hülse Tadpole): 0,9 kg
Kulturbeutel (Nass-Rasierer, Haarbürste, Zahnbürste, 200ml Shampoo, TempoPocket, Deo (Plastik), Ersatzbrille, SoBrille, Mininähzeug, 2 kleine, 2 mittlere Spannriemen Plastik): 1,1 kg
Wäschebeutel (2 SeidenUhemd, NetzUhemd, Filzhemd, 2 Uhose, 1 Socken, lange SkiUhose, bei Kälte alles uebereinanderziehen. Zum Wechseln reicht das, nach 10 Minuten Tragen sieht das Zeug aus wie vorher): 0,7 kg
Reserve bei Kälte: Regenkombi, Motodress geteilt 0,8 kg. Daunenweste im Beutel: 0,4 kg. Faserpelzjacke im Beutel: 0,6 kg.
Sonstige Kleidung: Lederhandschuhe zweites Paar Sommer: 0,2 kg. Leichte, dünne, zusammendrückbare Sommerschuhe zum Laufen: 0,6 kg. Jeans 0,9 kg
Ersatzteilbeutel für meine BMW (Niroschrauben, Muttern, Scheiben usw., div. Größen, Ablasschrauben, Trommelbremshülse, Zündkerze, Mini-Startkabel, Flickzeug, Reifenpilot 200ml, Luftpumpe, Kopien: Vergaser, Elektrik, Händlerliste, Endlosspannband Niro, Draht dick, dünn, Tesaband breit und schmal, Isolierband, Uhu, Cyanacrylatkleber, Praktikus Aludichtmasse, Reifenventil, Kappe mit integr. Ventilausschrauber, Universal Nippel-Satz Kabelbinder, Kabel, Messtrippen, Sicherungen, Lüsterklemmen, Birnchen, Kupplungs-, Schalthebel einschl. Aufnahme, Verg.nadelventil, 2 alte Gabelsimmeringe, Kuppl.zug gebr.): 2,6 kg
Garmin GPS incl. Batterien 0,3 kg Viele Fressalien mitzunehmen lohnt sich nicht: man kann an jeder Bude billig essen, und einheimische Märkte zu besuchen ist immer ein Spaß, der dazugehört. Ich habe allenfalls einzelne "bessere" Tütensuppen und Nudelgerichte dabei.

Gewicht Gepäck Marokko: 16,8 kg


Dazu kommt allerdings als Hobby meine Fotoausrüstung (wer dieses ganze schwere Zeugs nicht immer mitschleppen muß, tut sich viel leichter!):
Fototasche Tamrac ca. 20x15x15cm, darin:
Drei Kamera-Bodies, LX und Super A und ME super (bis zu 15 Jahre altes Pentax-Geraffel)
kleiner System-Blitz mit LZ20
Objektiv-Festbrennweiten 15mm Fisheye, 20mm, 35mm, 50mm, 85mm, 200mm
keine Zooms, weil die auf Pistenfahrten bei mir immer kaputtgehen!
Polarisations-Filter, Nahlinse, Ersatz-Knopfzellen, 4 Mignonzellen
Beutel mit zusätzlichen Filmen und Batterien (26* 50ASA, 16*200ASA, 12 Mignon)
(weitere Infos auf meiner Fotoseite). Gewicht Fotoausrüstung Marokko (incl. 42 nummerierter Dia-Filme): 6,6 kg

Für viele Touren reicht mir auch die abgespeckte Ausrüstung: 1 Kamera mit 50 ASA Diafilm, Objektive 20mm, 40mm, 135mm, Polfilter, Nahlinse, Ersatzfilme.


Werkzeug

Nicht zum Gepäck rechne ich das Bordwerkzeug, da bei der BMW sowieso serienmäßig (von mir etwas verbessert) und im "Fz-Brief-Gewicht" miteinkalkuliert. Es kommt schwerpunktgünstig unter den Sitz (Japaner haben andere Schlüsselweiten!):
Schlüssel: Gabel 7-8, 10-11, 12-14. 13-17, 19-22
Ring 10-12
Steck 13-19, 21-22, Stab dazu
Inbus 3, 4, 5, 6, 8
Kreuzschlitz und Schlitzschraubenzieher zum Umstecken mittel und klein
Telefonzange spitz mittel
Gripzange klein
Rundfeile klein, Flachfeile klein
Ventillehre spezial (unnötige Blätter rausnehmen)
2 Montierhebel BMW (die sind eigentlich zu kurz, nur mit Verlängerung durch das Rohrstück und die Gripzange als Notbehelf brauchbar)
Teppichmesser klein
Taschenmultimeter (scheckkartengroß, Conrad-Katalog!),
Luftdruckprüfer
12V-Minilötkolben (mit etwas Zinn) zusammen sind das 1,7 kg.
Was Du bei dem wärmsten zu erwartenden Wetter mindestens immer anziehst, kannst Du natürlich auch nicht zum Gepäck rechnen (hier Marokko): Uhose, Socken, Themd, Gasgashemd Langarm, Crosspanzer Stilmotor, Dainese Crossjacke mit Ellbogenhartprotektoren (da ich den Crosspanzer drunterziehe, Schulterprotektoren rausnehmen), Sinisalo Crosshose mit Kniehartprotektoren, Alpinstars Trialstiefel, Crosshandschuhe Sinisalo, Helm Uvex Quattro silber (alle Sachen und Marken sind natürlich nur Beispiele, mein Material hat sich aber bewährt und kann empfohlen werden!).

Zum Thema Gepäckunterbringung

gibts von mir eine extra Seite: Gepäcksysteme.
Michelin Desert

Für extremere Reisen (versorgungslose Wüsten-Etappen)

muß man wegen der mitzuschleppenden Vorräte an Benzin woanders abspecken (z.B. Fotoausrüstung, Zelt daheimlassen usw.). Wasser ist das geringere Problem, da man sowas nur maximalen Winter fährt. Da reichen 1-2 Liter am Tag, 2 Liter Reserve sind aber einzukalkulieren. Und halbwegs saubere Brunnen findet man eigentlich einmal am Tag. Dann reichen Kaffeefilter zum Reinigen und Micropurtabletten zum Entkeimen. Die teuren Taschenfilter halte ich für völlig überflüssig. So lange dauern ja die versorgungslosen Etappen auch nicht, selbst die sandige Gräberpiste (Algerien, ca. 600 km) habe ich in 3 Tagen problemlos machen können, und das sogar mit Sozia hinten drauf (in der Mitte der Strecke ist ein guter Brunnen). Die Tanezrouftpiste z.B. ist zwar fast doppelt so weit, aber, weil man auf dem festen Reg-Boden ständig relativ gefahrlos 80-100 km/h fahren kann, schafft man es evtl. sogar in 2 Tagen. Ein extra großer Benzintank (50 Liter) und ein 20 Liter Ersatzkanister (nach Gebrauch an der nächsten Tankstelle gegen Sprit eintauschen!) sind dann aber nicht zu vermeiden, außer man fährt mit einer 350er, was auch zu überlegen ist. Zwei meiner Fernreisen habe ich mit einer XL350R gemacht (die brauchte nur 3,5 - 4 l/100km, mit dem angebautem 35-Liter-Tank waren 1000 km Reichweite ohne Kanister nicht selten). Leider sind viele dieser "Herausforderungen" nicht mehr zu machen. Jedes Jahr gibt es neue Krisen in Afrika, die länderüberschreitende Reisen auf diesem Kontinent immer schwerer machen. Und in Australien reicht normalerweise eine Reichweite von 600 km auch für abgelegenere Pisten.

Die Stollenreifen

montiert man vor dem erstem Geländetag (Michelin Desert -siehe Foto-, Pirelli Rallycross oder Metzeler Safari). Das schont das Profil. Die alten Straßenenduroreifen, mit denen man angereist ist, kann man wegschmeißen oder deponieren, wenn man sie für die Rückreise wieder aufziehen will. Mit aufgepackten Ersatzreifen zu fahren, sieht zwar auf Fotos unheimlich cool aus, ist meiner Meinung nach Unsinn. Moderne Rallyreifen halten ausreichend lange, um einige Wochen Urlaub zu bestreiten. Wer länger fährt, muß sowieso immer wieder größere Städte ansteuern, wo man entweder Ersatz kaufen kann, oder wo man sich postlagernd Material vorher hinschickt. Auf Reisen, wo das Thema Gelände weiter hinten steht (z.B. auf meinen Asien-Reisen), sind normale, langlebige Enduroreifen besser, weil bequemer zu fahren. Wichtig ist eine rechzeitige Bestellung der Wüstenreifen. Speziell 1994-1996 war die Lieferzeit dieser Reifen z.T. ein halbes Jahr und länger. Bild: meine TT in der "Wand" einer hohen Düne im Erg Bouharet, Algerien. Der Reifen, ein Michelin Desert, ist noch relativ neu. Counter