V 1.1.0 vom 24.02.96, letzer Update 07.09.04 ©1996
Ca. 800 Mio Menschen, 179 Sprachen, 14 Schriften. Geschäftsleute und gebildete Inder sprechen Englisch. Die meisten Inder sind Hindus, viele bekennen sich zum Islam, verbreitet ist außerdem das Christentum, Sikhs, Buddhisten und Jainisten.
Wir verbrauchten unseren ganzen Jahresurlaub (sieben Wochen) in den warmen, regenarmen Monaten März, April und Mai. Regenzeit ist Juli bis September, gemäßigte Temperaturen November bis März.
Ein Visum muß vorher bei der indischen Botschaft beschafft werden. Für die Mitnahme eines Fahrzeugs beantragt man bei einem Automobilklub ein "Carnet du Passage", um es zollfrei einführen zu können. Der Abschluß einer Fahrzeughaftpflichtversicherung ist in Indien zwar vorgeschrieben, wird aber nicht kontrolliert.
Zahlungsmittel ist die Rupie, 1987 waren 7 Rupies etwa eine DM. Sinn voll ist die Mitnahme von Dollars und Dollar-Reiseschecks. Der Schwarzmarktkurs im Land ist ca 15 % günstiger.
Ein Motorrad kann man von jeder internationalen Spedition nach Indien verschiffen lassen. Dauer ca. 4 Wochen. Es eignet sich z. B. eine Originalverpackung vom Motorradhändler. Als Kontaktadresse (Empfänger) kann ich den indischen Spediteur Mr. Lobo, Continetal Carriers, 26/30 Rex Chamber, Walchaud Hirachaud Marg., Opp. Indira Dock, Bombay 400 038, Telex "Conf" 011 - 66543, empfehlen, der auch den Rücktransport erledigt. Kosten (jeweils einfach) ca. 600,-- DM. Motorradmiete ist kaum möglich. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind billig und überfüllt, oft auf Wochen im voraus ausgebucht. Flüge nach Bombay werden überall ab ca. 1200,-- DM angeboten.
Indisches Essen ist gewöhnungsbedürftig. Man gehe möglichst immer in das beste Hotel, zumindest in kleineren Orten (öbernachtungskosten eine bis zwanzig Mark pro Doppelzimmer). Unterkunft zu finden war dank des Motorrads stets problemlos. Zelten oder selbst kochen halte ich nicht für zweckmäßig.
Als Arzt empfehle ich: Vorsicht bei nicht abgekochten Speisen und Getränken, die Malariagrundprophylaxe (Resochin einnehmen, Fansidar mitnehmen) sowie Tetanus-, Typhus- und Hepatitisimpfung. Bewährt hat sich Immodium gegen unkomplizierte Reisedurchfälle und Micropur zur Wasser- und Getränkedesinfektion.
Eigentlich braucht man sehr wenig. Kleidung ist extrem billig. Es empfiehlt sich Karten und Reiseliteratur (z. B. "Indien-Handbuch") mitnehmen. Filme und Batterien sind kaum erhältlich, ebenso Toilettenpapier. Für Motorradfahrer natürlich die wichtigsten Ersatzteile, Werkzeug und Erste Hilfe. Lederzeug kann man vergessen. Bewährt hat sich eine leichte Trekkingjacke. Jede nicht zu schwere Maschine kommt in Frage, insbesondere Enduros. Ich benutzte eine Honda XL 350 R, mit zwei je ca. 75 Liter fassenden Alukisten beiderseits, ohne Probleme. Geschwindigkeiten über 100 km/h sind nie erreichbar. Benzin gibt es genug (Reichweite 300 km genügt), aber schlecht ( unter 90 Oktan). Tagespensum nicht über 250 km. Beim Fahren ist extreme Vorsicht geboten. Das größere Fahrzeug hat immer Vorfahrt, ist aber im Falle einer Kollision immer schuld. Es herrscht Linksverkehr. Die Hauptstraßen sind meist geteert. Die Diebstahlgefahr schätze ich gering ein, die Menschen freundlich-neugierig.
Die Gesamtkosten mit Flug, Maschinen Hin- und Rücktransport, Benzin und wenig sparsamen Verhalten im Lande für 7 Wochen betrugen ca. 3500,-- DM pro Person, jede weitere Woche hätte ca. 200,-- DM gekostet. Diese Berechnung gilt, wenn (wie wir) sich zwei Partner die nur einfach anfallenden Kosten teilen.
Text: Dr. Claus Possberg ©1987