Namibia 2008
V 1.0.5 vom 05.07.08 updated 05.11.2011 ©2008-2011

Diese Namibiatour war eine der schönsten und entspanntesten Reisen bisher. Fotografisch ein Juwel, in so kurzer Zeit so viele wunderbare Bilder hatte ich selten. Die Reise war supereinfach zu organisieren: Die LTU bringt das Motorrad per Palette von München (Start im Schnee..) nach Windhoek, wir fliegen ein paar Tage später per Charterflug hinterher und holen es innerhalb einer guten Stunde gegenüber der Ankunftshalle aus dem Zoll und starten sofort los, und die Rückgabe gestaltet sich genauso simpel. Das Land bietet gute Strassen, gepflegte Pisten und - wer es möchte - natürlich auch abenteuerliche Pisten. Man findet mit ein bischen Vorrausplanung nach jeder Etappe entweder eine Pension, ein Hotel oder eine der sehr empfehlenswerten deutschen Gästefarmen, die fast überall im Land liegen (es gibt ein staatliches Verzeichnis). Fast jede dieser Gästefarmen hat irgend ein Highlight zu bieten, z.B. private Safaris, Privat-Flüge oder spektakuläre Wanderungen.
Diesmal begleitete mich wieder ein Partner mit eigenem Motorrad - Christoph mit seiner Zweiventil R100GS PD, der auch schon auf der Ladakh-Tour 2005 und der Ostafrika-Tour 2006 dabei war. Lange Pistenstrecken und Sand waren ihm ungewohnt, aber nach einer Eingewöhnungszeit kam er damit gut klar; aber das Wichtigste ist, er war - wie immer - umgänglich, begeisterungsfähig und zuverlässig, also ein optimaler Reisepartner. Einige Fotos dieser Reise haben es in Zeitschriften geschafft, dieses hier sogar aus Titelblatt.
Die Route - hier als 1,6 Mbyte JPG - hier als KML-File für Google Earth - und hier als normales GPX file für Navis - deckt eigentlich das ganze Land ab, vom Oranje Fluss im Süden bis zum Kuene Fluss im Norden, der die Grenze zu Angola bildet. Kurz nach der Regenzeit führten die Flüsse viel Wasser und es gab auch noch einigen Matsch zum Steckenbleiben, aus dem ich Christophs BMW auch mal befreien musste (er war nicht begeistert...). Das Glück verschonte uns praktisch völlig vor Regen. Wir haben 6906 km zurückgelegt, davon etwa 5500 km Piste, in gut 3 Wochen. Die Pisten sind überwiegend in gutem Zustand, lediglich in den Dünen und im Norden nach der Regenzeit wars auch mal ein bischen anspruchsvoller (aber kein Vergleich etwa mit meiner letzten Tour, insbesondere in Nordkenia, Äthiopien und Nordsudan). Die wildeste Gegend ist das Damaraland und das Kaokoveld. Das Kaokoveld wollten wir noch etwas ausgedehnter befahren, aber leider ging der Valeo-Anlasser von Chris' BMW kaputt. Das hatte leider zur Folge, dass ich sein Motorrad immer anschleppen musste, um es zu starten. Da das auf Tiefsandpisten leider sehr schwer geht, haben wir hier die ursprünglich geplante Route über den Van Zyls-Pass etwas erleichtert. Besonders interessant war die Begegnung mit den Himbas im Kaokoveld, deren Mädchen sich durch Einreiben mit roter Lehmbutter hübsch machen und mit den San (Buschleuten), die im Osten Namibias leben.
Ein absoluter Höhepunkt ist der Besuch der Etosha-Pfanne. Eigentlich ist ja für die Tierbeobachtung die üppige wasserreiche Zeit nach der Regenperiode ungünstig, aber wir hatten Glück und konnten alle wichtigen vorkommenden Tiere in bestem Licht sehen. Die Salzpfanne war seit Jahren mal wieder vollständig mit Wasser gefüllt, ein phantastisches Bild. Leider ist, wie in fast allen Nationalparks Afrikas, Motorradfahren verboten. Unsere Lodgewirte haben uns aber gerne Ihren Pickup geliehen, um den Park zu besuchen. Und der Park ist riesig! Fast alle Grosstiere konzentrierten sich im Osten des Reservats.
Höhepunkte gab es noch einige mehr (ich habe sie mit Wikipedia verlinkt, in alphabetischer Reihenfolge):

Naturdenkmäler Cape Cross - Epupa-Fälle - Feenkreis - Felsmalereien Twyfelfontein - Fingerklippe - Fish-River-Canyon - Giants Playground - Hoba-Meteorit - Köcherbaumwald - Oranje River - Orgelpfeifen - Ruacana-Wasserfälle - Sesriem-Canyon - Spitzkoppe - Versteinerter Wald - Welwitschia

Landschaften Brandbergmassiv - Buschmannland - Damaraland - Diamantensperrgebiet - Erongo - Etosha-Nationalpark - Fish River Canyon - Kalahari - Kaokoveld - Khomashochland - Lüderitzbucht - Mondlandschaft - Namib - Namib-Naukluft-Nationalpark - Naukluftgebirge - Omaheke - Skelettküste - Sossusvlei - Waterberg

Städte und Orte Aus - Elisabethbucht - Grootfontein - Hardap-Damm - Karibib - Lüderitz - Ondangwa - Okahandja - Oranjemund - Oshakati - Otjiwarongo - Rehoboth - Swakopmund - Tsumeb - Walvis Bay - Windhoek


Die Reise war völlig problemlos, von Kleinigkeiten abgesehen: meine Doppel-Elektronikzündbox von Q-Tech ging kaputt (ich hatte gottseidank das Original - die Einfachzündbox von BMW dabei), ansonsten hatte sich meine HPN, wie gewohnt, klasse gehalten und trotz beherzter Gashand nicht einen Kratzer abgekriegt. Bei Chris' ging der Anlasser (Made in Polen) kaputt und vom Schlamm-Rausschleppen hatte sich der rahmenfeste Verkleidungsbügel vorn verbogen. Ausserdem hatten wir trotz Verwendung eines mehrere Jahre abgelagerten knochenharten Michelin Desert vier Reifenpannen. Zwei davon musste ich nicht flicken dank meines Doppelschlauchsystems, siehe Newsblogeintrag vom 20.07.07.
Alle Übernachtungen waren sauber und bequem, das Essen schmeckte stets sehr gut und war sauber (keine Durchfälle). Die Gastfreundschaft der vielen deutschen Wirte war vorbildlich (hätten wir das bitte so auch immer daheim!). Stress am Zoll wie bei rückständigen Ländern gabs auch nicht, ungemein angenehm. Achtung, die namibische Polizei verfügt über das Gerät mit der höchsten Rendite dieser Welt: die Radarpistole. Einmal hatten sie auch uns geschossen, wir konnten uns aber, wie in Afrika üblich, "freikaufen". Auf Pisten gibts diesbezüglich sowieso keinen Stress.
Ein Thema soll nicht verschwiegen werden. Wie vor gut einem Jahrzehnt unter Diktator Mugabe in Simbabwe hat auch 2007 die Regierung Namibias begonnen, die weissen Farmer zu zwangsenteignen. Diese Farmen, gute Arbeitgeber und funktionierende Agrarbetriebe, werden dann von Größen von ca. 5000...10000 Hektar in zehn bis zwanzig Parzellen aufgeteilt (die per se zu klein sind um Ertrag abwerfen zu können) und den Schwarzen übereignet. Die Folge ist klar, und war in Afrika immer dieselbe: die neuen Besitzer "essen die Kühlschränke" der Vorbesitzer leer, schlachten das Vieh, essen es auf und wenn am Schluss nix mehr da ist, wird die Farm angezündet und es gibt Hunger. Viele Farmer hatten uns erzählt, dass sie regelrecht auf einem gepacktem Pickup sassen und darauf warteten, dass ihre Farm beschlagnahmt wird und sie schnell abhauen müssen, nachdem vor 4 Jahren dieses neue Gesetz erlassen wurde. Inzwischen habe sich die Lage etwas beruhigt, und offenbar werden derzeit Betriebe mit besonders vielen schwarzen Arbeitsplätzen verschont. In Sambia wurde vor einigen Jahren eine ähnliche Politik verfolgt. Die Kleinbetriebe der enteigneten Farmer dort sind inzwischen zerstört oder produktionsunfähig, die neue Regierung in Sambia hat den Fehler erkannt und sogar Prämien für weisse Siedler ausgesetzt, die zurückkehren und wieder die Betriebe aufbauen und führen (unter striktem Verbot, sich politisch zu engagieren). Es kommt natürlich keiner mehr zurück - Engagement braucht Sicherheit, und in Schwarzafrika ist der nächste Diktator meist nicht weit weg.
Datum km-Tag km acc. Tacho Tagesroute (hier als Tabelle)
2008 Sigma GPS HPN (anklicken zu meinen Bildern)
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Fr 04.05. 0 0 311971 abends Abflug München LTU (Nachtflug)
Sa 05.05. 556 555 312495 Zoll fertig 11 Uhr Windhoek-Keetmannshoop Köcherbaumwald Lodge
So 06.04. 433 980 312905 Köcherbäume, Giants Playground, FishriverCanyon-AisAis-Grünau
Mo 07.04. 439 1409 313314 Grünau-Seeheim-Lüderitz Stadttour, zur Waterkant Lodge
Di 08.04. 160 1560 313457 Lüderitz, vormittags WalTour-Kolkmanskuppe-Klein Aus Vista
Mi 09.04. 390 1937 313819 Klein Aus-Sessirem Desert Tented Camp
Do 10.04. 148 2081 313958 Sesirem-Sossusvlei, Dead Vlei-Sessirem Tented Camp
Fr 11.04. 490 2545 314421 Sesirem-Solitaire-Archers Rock-Blutkuppe-Welwitscha-Swakopmund
Sa 12.04. 459 2991 314846 Swakop-Spitzkoppe-MoonTal-Walfishbay-Swakopmund
So 13.04. 436 3413 315251 Hentiesbay-CapeCross-SkeletonNP-Mile108-Brandberg- Uis WhiteLady B&B
Mo 14.04. 222 3628 315457 Uis-Khorixas-petrified Forest-Twyfelfontain Lodge
Di 15.04. 364 3977 315795 Twyfelfontain-Palmwag-Sesfontain-Opuwo Hotel
Mi 16.04. 192 4161 315972 Opuwo-Ovahimba Kral-Okongwati-Epupa Falls Camp
Do 17.04. 172 4323 316130 Epupa-Okongwati-Swartboois drive-Kuene Camp
Fr 18.04. 481 4786 316573 Kuene Camp-Ruacana Falls-Oskakati-Etosha Aoba Lodge
Sa 19.04. 0 4996 316573 Etosha Aoba lodge-Etosha game drive (geliehener Mazda Pickup)
So 20.04. 0 5324 316573 Etosha Aoba lodge-Etosha game drive (geliehener Mazda Pickup)
Mo 21.04. 244 5559 316798 Aoba Lodge-Tsumeb/Lake Otjkota-Groofontain-Roys Camp
Di 22.04. 0 5755 316798 Roys-Bushmen-Roys-Farmdrive-Roys Camp
Mi 23.04. 230 5982 317017 Roys-Hoba Meteorit-Rust's Wilderness Farm/Waterberg (white Rhino)
Do 24.04. 260 6229 317255 Waterberg Wanderung-Otjiwarango-Outjo-Bambatsi Farm
Fr 25.04. 206 6430 317451 Bambatsi-Vingerclip-Immenhof-Schönfeld (Geparden)
Sa 26.04. 179 6602 317618 Schönfeld-Omaruro-Hohenstein-Ameib Ranch/Bulls Party
So 27.04. 275 6883 317877 Ameib-Usakos-Karibib-Okakandja-Windhuk-Transkalahari Lodge
Mo 28.04. 24 6906 317898 Airport Cargo-Windhuk Stadtour-Transkalahari Lodge
Di 29.04. 0 6906 317898 frühmorgens Shuttle Service-Airport-Heimflug LTU-München

Hier die schönsten 768 Fotos, die ich ausgewählt habe aus insgesamt 5568 Fotos von dieser Tour, auf 32 Seiten. Durch Anklicken der Vorschau kommt man zu den ganzseitigen Fotos (1080 Pixel breit), hier kann man auch mit den Pfeilen weiterblättern. Alle Fotos enstanden mit meiner Canon 1Ds Mark III, den Brennweiten EF14mm 2.8 L II USM, EF24-105mm 4.0 L IS USM und dem EF100-400mm 4.5-5.6 L IS USM, die Entwicklung der RAW-Dateien erfolgte in AdobeCameraRaw 4.3.1 mit den von mir entwickelten Makros zur Korrektur von Objektivfehlern und für verschiedene Lichtsituationen und optimalen Kontrast auf dem Monitor. Achso, ja, der Himmel Namibias war klar und blau. Ich habe nix nachgefärbt!
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