Motorradreise Neuseeland

Januar 2009

Text: Dr. Claus Possberg ©2009



01.01.2009 Freyung - München - Singapur

Bei trockenem, bewölktem Wetter Fahrt von Freyung nach München, wir parken wie gewohnt das Auto in der Tiefgarage beim Parkservice und werden zum Flughafen gebracht. Spätnachmittags Zubringerflug von München nach Frankfurt, wo wir leider 5 Stunden totschlagen müssen. Kurz vor Mitternacht dann mit Quantas auf dem zweiten Flugabschnitt nach Singapur, das wir nach etwa 11 Stunden erreichen, hier ist es durch die verkürzte Nacht bereits Nachmittag.  Der neue Flugplatz ist sehr schön, innen mit Palmen und Orchideen geschmückt. Sauber, friedlich und übersichtlich. 


02.01.09 Singapur - Sydney/Australien

Der dritte Flugabschnitt beginnt am Abend und dauert gut 7 Stunden, wobei wir in der zweiten Nacht weite Teile Zentralaustraliens überfliegen. Auch diesmal verkürzte Nacht durch erneute Zeitverschiebung.


03.01.09 Sydney - Wellington/Neuseeland

Morgens Ankunft in Sydney, danach gut drei Stunden Weiterflug nach Wellington, wo wir gegen Mittag eintreffen. Als Überraschung wartet schon Joanne (Joe), die wir 2007 im Sudan auf ihrem Motorrad kennengelernt hatten, und holt uns mit ihrem elektrischen Toyota-SUV sofort vom Flugplatz ab.  Wir fahren auf einen Aussichtsberg, werfen einen Blick auf die übersichtliche hübsche Stadt Wellington und fahren dann zu Ihr nach Hause, wo wir liebevoll empfangen werden. Gareth, ihr Mann, kommt ein wenig später, wir unterhalten uns über Allerlei und die verrückten Touren, die wir gemacht haben. Nachmittags gehen wir dann noch ein wenig in der Stadt spazieren und abens in ein Thai-Restaurant. Im Garten wartet schon der weiße Triumph Tiger 1050 (Kilometerstand: 2472), den uns Brendan (den wir auch aus dem Sudan kennen) zur Verfügung gestellt hat. Er scheint fast nagelneu zu sein, Brendan selbst ist allerdings im Urlaub, er hat ein Motorradgeschäft in der Stadt. Übernachtung bei Joe zu Hause in einem kuscheligem Zimmer. 


04.01.09 Wellington, Kilometerstand des Motorrades 2472 km

Joe macht uns noch ein leckeres Frühstück und dann starten wir mit Gareth auf seiner großen Fischer-Motoryacht zum Fischen. Es ist recht schönes Wetter, aber windig, wie meistens hier. Wir legen die Angelschnüre mit jeweils 25 Ködern, die an riesigen Angelhaken angebracht werden, auf 200 m Tiefe an Ankern. Die Köder bestehen aus Fischköpfen oder ganzen Tintenfischen. Einige Male verheddert sich die Leine mit anderen Fischerleinen. Wir fangen mehrere zum Teil recht große Fische bis über 20 kg. Es wird nur das beste Filet verarbeitet, der Rest ist für die riesigen Albatrosse, die um das Schiff kreisen. Gegen 16 Uhr sind wir wieder im Hafen zurück. Es scheint die Sonne. Ich rüste jetzt noch das Motorrad mit dem mitgebrachten GPS auf, während Anna Gareth beim Kochen hilft. Es sind noch zwei Gäste aus London da und das Abendessen mundet lecker. Da ich sehr müde bin, liege ich bereits gegen 21:00 Uhr im Bett.


05.01.09 Wellington - Kaikoura, 214 km, Stand 2686 km

durchgehend Sonne 22-30°C. Wir verabschieden und noch von Gareth (Joe ist wegen ihrer kranken Mutter nicht da). Wir fahren nach dem Fühstück zur Fähre, die um 10:35 Uhr nach Picton auf die Südinsel ablegt, ein Teil der Fahrt geht duch die wunderschönen Marlborough Sounds. Von Picton nehmen wir die Aussichtsstraße im Norden, biegen aber dann nach Süden Richtung Blenheim ab. Hier gibt es Obstplantagen und viel Weinbau. Im weiteren Verlauf wird es dann trockener. Hohe Berge, die sich dem pazifischem Wind entgegensetzen. Nach einem Stopp in einem Café am Meer erreichen wir dann Kaikoura. Zunächst machen wir noch einen kleinen Stopp an der Walbeobachtungsstation und reservieren für morgen Plätze auf einem der Boote. Übernachtung in einem kleinen Motel nach einem erstklassigem Fischabendessen. 


06.01.09 Kaikoura - Christchurch, 557 km, Stand 3243 km 

Heute morgen ist es etwas bewölkt und es steht eine ziemlich starke Dühnung in die Bucht von Kaikoura. Wir hatten am Vortag den Ausflug zu den Walen organisiert, leider kann der Spezialist auch mit seinem Ultraschallgerät keine Walsignale entdecken. Stattdessen fahren wir mit dem Boot zu einer sehr großen Schule von Delphinen, die teilweise wild aus dem Wasser springen. Zurück im Ort geht es dann mit dem Motorrad weiter in die neuseeländischen Alpen, wir überschreiten den Lewis Pass mit 863 Meter, hier gibt es tolle Wälder aus dichten Farnen und hohen Bäumen. Die Westseite präsentiert sich wesentlich grüner und feuchter, es beginnt teilweise auch leicht zu regnen. Da wir keine schöne Unterkunft finden, fahren wir über den Arthur Pass wieder zurück auf die Ostseite, wo dann auch gleich wieder die Sonne scheint und erreichen gegen 19:30 Uhr Christchurch, w wir ein nettes Motel beziehen und abens schön essen gehen.


07.01.09 Christchurch - Tekapo,  424 km, Stand 3667 km 

Bereits morgens über 20°C, an der Küste dann über 30°C, im Landesinnern 28°C, durchgehend sehr warm und sonnig. Wir starten durch die Stadt Christchurch nach Lyttelton, ein kleiner Hafenort in einer Bucht, von hier aus fahren wir eine aussichtsreiche Strecke nach Sumner, dann wieder zurück auf die Halbinsel von Akaroa, ein Ausflugsort der Städter in einer gleichnamigen tiefen Bucht gelegen, die angeblich der Rest eines arrodierten Vulkans sein soll. Hier im Café ist es unglaublich warm, fast Karibik-Atmosphäre.  Wir fahren jetzt zügig wieder zurück über Geraldine nach Tekapo, am gleichnamigen Gletschesee gelegen, gegenüber dem sogenannten Alpenpanorama (die neuseeländischen Berge der Südinsel werden auch die "neuseeländischen Alpen" genannt). Hier fahren wir zunächst noch ein bischen am Seeufer einen Schotterweg entlang, machen einige Fotos und kehren dann im letzten, sehr schönen Zimmer einer Privatunterkunft ein. Nach dem Umziehen noch eine kleine Rundfahrt am Seeufer, dann Abendessen bei einem Italiener. 


08.01.09 Lake Tekapo - Dunedin, 476 km, Stand 4143 km

22-30°C, kurzzeitig auch nur 20°C. Nach dem Frühstück starten wir relativ früh und verlassen den Lake Tekapo. Wir wollten eigentlich die Straße entlang des Hydrokanals nehmen, wo ein besonders schöner Blick auf die neuseeländischen Alpen versprochen wurde, leider ist diese Straße allerdings als Privatstraße gespeert, nicht mal ein Radfahrer durfte hier fahren. Nach knapp 50 km erreichen wir den Lake Pukaki, fahren entlang dessen Ufer am Norden bis zur Ortschaft Aoraki (Mount Cook).  Wir haben Glück und sind gerade noch rechtzeititg da, um eine Schlauchboottour auf dem milchig blauen See des Tasmangletschers mitmachen zu können, sehr eindrucksvoll überall schwimmen schmelzende Eisberge umher. Hin und wieder lässt sich auch die Sonne blicken. Der Mount Cook selbst ist nur angedeutet zwischen den Wolken zu erahnen. Der Gletscher hat wohl in den letzten Jahren sich um viele hundert Meter zurückgezogen. Nach diesem lohnenden  Ausflug folgen wir der Straße nach Süden, tanken in Omarama nochmals voll, um dann beim nächsten Stopp (auf offener Strecken vor Duntroon an einem Felsmalerei-Aussichtspunkt) festzustellen, dass Anna der Plastikkoffer aufgegangen ist. Gott sei Dank war nur ein Reißverschlußbeutel mit Annas Slips und ihren Sportschläppchen herrausgefallen. Wir fahren gut 20 km zurück und finden tatsächlich den verlorenen Beutel, Glück gehabt. Die Koffer werden ab jetzt, wir vor 30 Jahren üblich, mit Spanngurten gesichert. Eine Zumutung, dass ein moderner Edelhersteller wir Triumph es nicht mal zustande bringt, die Schlösser so zu konstruieren, dass sie sich nicht selbst öffnen und den Inhalt der Koffer in der Landschaft verteilen. Ähnliche Erfahrungen hatte ich allerdings bereits mit mehreren verschiedenen anderen Koffermodellen vor über 20 Jahren gemacht, bevor ich dann meine eigenen Alukoffer konstruierte, deren Deckel sinnvollerweise nach oben aufgeht und nicht zur Seite. Aber offenbar liebt es die Gemeinde der Motorradfahrer eben mit dem Prinzip “seitliches Entleeren“.  Durch die Hin- und Herfahrerei ist nun leider auch noch der Spritt knapp geworden, so dass wir die letzten Kilometer bis Oamaru in Schleichfahrt vollziehen, bevor wir dann wieder auffüllen können. Die Moeraki Boulders sind 2 - 4 Meter große Kugelsteine am Strand umringt von knipsenden Touristenscharren, bei bewölktem Wetter leider nicht sonderlich eindrucksvoll. Wir fahren noch weiter bis in die schottische Stadt Dunedin, die tatsächlich recht hübsch ist und bleiben hier in einem Stadtmotel. 


09.01.09 Dunedin - Te Anau, 462 km, Stand 4605 km

14-20°C, teils bewölkt, gut 1 Stunde Regen an der Südküste. Wir verlassen Dunedin und fahren entlang der Küstenstraße über Milton bis Oraka, wo es leider zur regnen anfängt, daher ziehen wir uns jetzt warm mit den  Daunenjacken an. In Invercargill scheint Gott sei Dank wieder die Sonne. Der Ort ist nicht sonderlich interessant, deshalb fahren wir weiter nach Riverton und machen hier einen kleinen Ausflug an das Kap, an einen ganz hübschen Strand, wo riesige Braunalgen liegen, mit Blick auf Stewart Island. Weiter geht es über Manapouri (mit Blick auf den hübschen gleinamigen See) bis nach Te Anau, wo wir in einem netten Motel übernachten, nach dem wir vorher noch in einem netten chinesischem Restaurant zu Abend gegessen haben. 


10.01.09 Anau - Milford Sound - Queenstown, 414 km, Stand 5019 km

Morgens 11°C bewölkt, nachmittags 16-22°C Sonne. Nach einem selbstgemachten Frühstück verlassen wir unser Motel und fahren auf der berühmten Milford-Sound-Straße (die angeblich zu den Traumstraßen der Welt gehört, aber die Neuseelaänder übertreiben gerne) nach Norden. Zunächst ist es bewölkt und sieht fast nach Regen aus, plötzlich kommt jedoch blauer Himmel und die Sonne hervor. Die Landschaft ist wirklich wunderschön, hohe, dicht überwachsene Berge erheben sich rundrum teilweise unterbrochen von scharfen Spitzen mit kleinen Gletschern darauf. Ein schmaler einspuriger Tunnel mit Ampelregelung führt durch den letzten Bergzug, wir müssen warten. Keas (neuseeländische Papageien) turnen umher und betteln auf den Autodächern um Essensreste. Nach dem Tunnel geht es die Straße steil in Serpentinen hinunter bis an dem berühmten Milford-Sound. Hier scheint angeblich nur zweimal im Monat die Sonne, genau so einen Tag haben wir glücklicherweise erwischt. Wie mit der Axt geteilt erheben sich riesige Felsberge dicht überwachsen aus den fjordähnlichen Meeresarmen, und am Ufer wachsen Farnenbäume und Yukkapalmen. Wir entschließen uns zu einer kleinen Schiffstour, die hier angeboten wird und fahren bis zum westlichen Rand des Fjordes und wieder zurück. Überall kommen teilweise sehr große Wasserfälle die tief mit  Feuchtigkeit durchsafteten Berge herunter und zeigen, dass es hier wirklich extrem viel und oft regnet. Es geht nun die lange Straße wieder zurück bis nach Te Anau. Nach einem kurzen Stopp fahren wir noch weiter die Straße bis Queenstown, kurzer Stadtbummel, Abendessen in einem auf Schiffsrumpf „Britania“ umgebauten Restaurant, wo Anna eine halbe Languste verspeist. Übernachtung in einem Stadtmotel.


11.01.09 Queenstown - Fox Glacier, 369 km, Stand 5388km

Morgens 15°C, tagsüber 22°C, durgehend schönes Wetter. Morgens machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch Queenstown und nehmen unser Frühstück in einer Milchbar ein. Es ist herrlicher Sonnenschein als wir starten, wir nehmen die Route nach Norden oberhalb von Queenstown durch das Cardrona Tal nach Wanaka. Wie auch Queenstown ist Wanaka ein ziemlicher Touristenort, hier gibt es vom Helikopterflug über Bungiespringen bis zum Jetbootfahren alles gegen teuer Geld, was das abenteuerliebende Kiwi-Touristenherz begeehrt. Von hier nehmen wir die Route 6 durch den Mount-Aspiring Nationalpark durch eine wunderschöne Berglandschaft mit teilweise schneegekrönten Gipfeln. Insbesondere die Westseite nach der flachen Passhöhe ist mit einem unglaublichen Urwald aus zerfransten Corniferen, Yukkapalmen und Farnenbäumen überwuchert. In Haast tanken wir auf und machen eine kurze Kaffeepause; fahren dann an der Westküste weiter bis Fox Glacier. Hier zweigt eine kleine Schotterstraße ab, die bis an einem Aussichtspunkt führt. Von hier aus ist es noch 20 Minuten Fußweg und man kann den hier fast bis auf  Meereshöhe fließenden Gletscher sehen. Vorgestern war hier ein Unfall passiert, ein indischer Tourist wurde von Eis oder Felsen erschlagen, daher überall Sicherheitsmaßnahmen. Anschließen suchen wir uns im gleichnamigen Ort Fox Glacier ein kleines Motel und fahren noch Richtung Lake Matheson, auf Grund der vielen Wolken gehen wir aber nicht zum See, sondern fahren rasch durch einen Wald zu einem Aussichtspunkt wo man angedeutet den Gipfel des Mount Cook erkennen kann. Fotos vom Sonnenuntergang. Rückkehr, Abendessen und Übernachtung. 


12.01.09 Fox Glacier - Cape Foulwind - Charleston, 334 km, Stand 5722km

Morgens 17°C, später dann bis 24°C, leicht bewölkt etwas sonnig. Man sieht morgens ein wenig den Mount Tasman und den Mount Cook herrausschauen im Morgensonnenlicht, so dass wir uns entschließen, nach dem Frühstück einen Helikopterrundflug zu machen. Wir haben uns bereits am Vorabend erkundigt, die Flüge sind hier wesentlich günstiger als auf der Ostseite, wo die ganzen Touristen in Bussen hingekarrt werden. Es interessieren sich schließlich noch vier andere Mitflieger, so dass der Hubschrauber ganz voll ist; und da jeder etwas anderes sehen will, ist der Pilot schließlich gezwungen, die ganz große Runde "mit allen" zu fliegen, so dass wir an den großen Flug eigentlich viel zu günstig kommen. Der Flug ist wirklich grandios und jeden Cent wert, schon nach wenigen Minuten durchbrechen wir die Wolkenfetzen und fliegen über eine grandiose Gletscher- und Berglandschaft. Der Pilot hält die Maschine sehr tief, nur knapp über dem Gletscher und fliegt auch noch knapp hinter den Mount Cook und über alle Grate.  Schließlich landete er noch auf dem Gletscher mit einem grandiosen Ausblick. Zurück im Tal geht es nun auf der Straße nach Norden weiter. Wir fahren durch unglaublich üppige Baumfarn- und Palmenwälder, häufig unmittelbar an der Pazifikküste entlang, die immer wieder sehr schöne, von hohen Felsen durchschnittene Buchten bildet. Einen kurzen Stopp machen wir in Hokitika, um uns die hübschen Schnitzereien aus Jade anzusehen. Danach geht es durch Greymouth, wo wir nachtanken, nach Punakaiki. Wir besichtigen die hübschen Pfannkuchenfelsen und ein rieseiges Blasloch, wobei Flut bei hoher Dünnung gigantische Fäden von Meerwasser in die Luft gedrückt werden, heute aber nicht, denn es ist relativ ruhig. Sehr schöne Ausblicke zwischen den Pfannkuchenfelsen auf die benachbarte Bucht. Es geht dann weiter nach Westport, wo wir eigentlich übernachten wollten. Die Lodges und Motels hier sind allerdings nicht sonderlich attraktiv, da die Stadt eher einem kleinen Industriehafen gleicht, daher fahren wir noch einige Kilometer weiter nach Cape Foulwind. Das hiesige Motel ist zwar voll, aber der benachbarte Pub hat zwei wunderschöne große Ferienhäuser, das große bekommen wir - mit reichlich viel Platz, vier Betten, Waschmaschine, Fernseher und einer riesigen Küche, bestückt mit allem was man sich auch fürs Frühstück wünscht. Nach dem Abendessen im Pub machen wir noch einen Spaziergang an dem wunderschönen Strand, herunter über die Felsklippen, durch ein vom malerischen Abendlicht besonnten Torbogen, über festen Sand durchsetzt mit kugelrunden Steinen. 


13.01.09 Cape Foulwind - Pohara, 342 km, Stand 6064 km 

19-24°C meist sonnig, abends einige Wolken. Wir genießen noch ein wenig das große und hübsche Holzhaus bevor wir uns bei herrlichem Wetter auf dem Weg zur benachbarten Seelöwenkolonie machen. Sie liegen auf einigen Felsen und spielen im Wasser, vor allem die Jungtiere, die Eltern scheinen teilweise auf Fischjagd zu sein. Wir folgen nun wunderschönen Landschaften durch bewaldete Flußtäler mit üppigen Weiden abwechselnd. Kurz vor der Abzweigung nach Nelson tanken wir nochmals auf und folgen dem Weg nach Norden entlang einer kurvigen Bergstraße über den Abel Tasman Nationalpark nach Takaka. Hier zweigt eine kleine Straße nach Osten ab, der wir folgen und ein Stück wieder zurückkehren, bis in einem kleineren Ort namens Pohara mit einem großen Campingplatz und einem riesigen Strand, wo wir bleiben. Hier mieten wir für wenig Geld ein kleines, etwas abgewohntes Ferienhaus. Im benachbartem Restaurant gibt es eine reichliche Portion Fleisch und Fisch. Abends noch einen kurzen Spaziergang über den, bei Ebbe trocken gefallenen, ewig breiten Sandstrand. 


14.01.09 Pohara - Picton, 227 km, Stand 6291 km 

Schönes Wetter 22-24°C. Heute fahren wir die Straße über Takakaberge nach Nelson, ein hübsches Städtchen, wo wir Pause machen, um im Internet nach Neuigkeiten bzgl. der Patientenkürzungsaktion der Gesundheitsministerin zu sehen. Weiter geht es über hübsche, verschlungene Straßen entlang des Marlborough Sounds Nationalpark mit hübschen Buchten, Palmen und Farnenbäumen am Straßenrand und zahlreichen Blüten. In Picton, wo wir vor knapp zwei Wochen mit der Fähre angekommen waren,  finden wir ein hübsches Bed & Breakfast, geführt von einem älteren Ehepaar, wirklich gemütlich eingerichtet und liebevoll betreut. 


15.01.09 Picton - Wellington, 8 km, Stand 6299 km

Wir stehen heute relativ spät auf und frühstücken zusammen mit unseren Hausherren, mit dem wir uns auch nett unterhalten, z.B. über das Hobby, das Bier selbst zu brauen aus 15 verschieden Malzsorten. Bei herrlichen Sonnenwetter müssen wir leider auf die zweite Fähre warten, weil die erste ausgebucht ist, den Vormittag verbringen wir daher in Picton und besuchen das Aquarium, wo einer der sieben öffentlich zugänglichen Tiefsee-Riesenkalmare konserviert ausgestellt ist, sowie als Besonderheit Seepferdchen gezüchtet werden, was nur an zwei Stellen der Welt gelungen ist. Am frühen Nachmittag fahren wir dann mit der Fähre die gut 3 Stunden nach Wellington, wobei ich mir einen leichten Sonnenbrand zuziehe. Wir besuchen Brendan in seinem Motorradladen und unterhalten uns dann noch eine Weile, er lädt uns abends ein zum Picknik bei einem lokalen Open Air Konzert mit neuseeländischer Popmusik. Er wohnt ein wenig nördlich von Wellington, wo wir auch übernachten. 


16.01.09 Wellington - Napier, 400 km, Stand 6699 km 

Morgens 20°C, nachmittags bis zu 32°C, Sonnenschein. Wir wachen relativ früh auf, da Brendan zeitig in seinen Betrieb muss, er nimmt uns mit dem Auto dorthin mit, wo wir auch das Motorrad über Nacht geparkt hatten. Nach dem Frühstück in einem netten, auf alt hergerichteten Lokal fahren wir über gewundene Landstraßen durch eine eher trockene, landwirtschaftlich genutzte Gegend. Wir sind relativ müde, so dass wir mittags eine Schlafpause einlegen. Wir passieren auch den witzigen Ort mit dem ewig langen Namen, angeblich der längste Ortsname in der Welt. Die letzten Kilometer nach Napier sind dann auf der Hauptstraße schnell gefahren. Napier ist eine Stadt aus den 30iger Jahren, und viele Häuser im Art Deco Stil sind noch erhalten oder neu hergerichtet. Wir übernachten im kultigen Masonic-Hotel, ebenfalls im Art Deco Stil.


17.01.09 Napier - Hicks Bay, 414 km, Stand 7113 km 

Sehr warm, wolkenlos, morgens 20°C, tagsüber teilweise bis 36°C. Eine sehr lange, landschaftlich nicht sehr abwechslungsreiche Fahrt entlang der Küste und etwas von der Küste entfernt, teilweise landwirtschaftlich genutzt, teilweise auch mit recht hübschen Stränden. In Gisbourne war’s extrem heiß, daher fahren wir duch diesen einzigen etwas größeren Ort gleich durch. Die Ostküste am östlichen Zipfel ist fast menschenleer, kaum Unterkünfte hin und wieder ein par Camper, was wir so nicht auf dem Plan hatten. Schließlich finden wir gegen halb sechs in Hicks Bay ein einfaches Motel mit wunderschönen Blick. Hier übernachten auch 15 andere Motorradfahrer, die allerdings aus der Gegenrichtung kamen. 


18.01.09 Hicks Bay - Rotorua, 283 km, Stand 7396 km 

Beim Frühstück war es noch sonnig, es ziehen aber rasch Wolken auf, die eine Stunde nach Abfahrt dann in einen heftigen Regenschauer übergehen, der dann nach 50 km wieder abklingt. Entlang der sehr grünen und dicht bewachsenen Küste mit zahlreichen hübschen Stränden fahren wir nach Whakatane, wo wir uns ein wenig aufwärmen. Von hier aus geht es dann durch die sehr üppige, grüne Bay of Plenty bis nach Rotorua, bekannt als die Vulkangegend in Neuseeland. Man riecht es, überall Schwefelquellen. Der Ort selbst ist recht touristisch und groß und bietet zahlreiche Unterkünfte. Wir wählen ein zentral gelegenes nettes Motel aus. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne bei angenehmen Temperaturen von 22°C. Nachmittags gehen wir noch ein wenig im Ort Rotorua spazieren, der recht hübsch am Lake Rotorua liegt. Abendessen bei einem ungewöhnlich guten Inder (normalerweise gehe ich eher nicht indisch Essen nach zahlreichen Erfahrungen bei zwei langen Indienreisen). Am Abend ruft noch Gary aus Wellington an und erzählt, dass Dave, den wir auch auf unserer Transafrikatour in Sudan vor eineinhalb Jahren getroffen haben, sich unbedingt mit uns treffen will, und morgen nach Rotorua kommt. Er schreibt uns auch eine SMS mit den Details. Unglaublich, wie klein das Kiwi-Land doch manchmal ist, denn wir würden dann den vierten Kiwi treffen, den wir kennen. 


19.01.09 Rotorua - Rundfahrt, 73 km, Stand 7469 km

19-24°C, Sonne, Wolken, teilweise geringfügig Regen. Morgens fahren wir zunächst zum Betrieb von Dave, der uns auf am Vortag durch SMS kontaktiert hatte. In dem Betrieb werden spezielle Isolierungen für Pipelines und Heißwasserleitungen gefertigt. Wir ratschen ungefähr eine Stunde mit Dave und vereinbaren, uns am nächsten Tag bei ihm zu Hause zu treffen, um dort etwas zu unternehmen. Wir fahren jetzt zunächst weiter zum blauen und grünen See, danach zum verbrannten Dorf. Eine Ausstellung und ein sehr schöner Rundweg durch den Busch führt an einer Ausgrabung vorbei, dort war vor etwa 130 Jahren ein Vulkanausbruch in einem Maoridorf und eine britische Siedlung im Schlamm versunken. Danach geht es nach Waimangu, einem vulkanischen Tal, das man durchwandern kann, mit Farben von Mineralablagerungen in Bächen, mit einem tiefen Krater und jeder Menge Dampf und Schwefelgestank, umgeben von einer wunderschönen Vegetation, die erst in den letzten 130 Jahren nach dem Ausbruch komplett neu entstanden ist. Danach besuchen wir noch Te Puia ein Maori-Zentrum, wo Vorführungen gemacht werden, die wir allerdings nicht sehen können. Wir können den hier befindlichen Geysir sehen, wie er gerade spuckt. Leider ist das Wetter nicht so toll, wir kehren zurück. Auf dem Rückweg treffen wir eine Familie aus Hamburg auf drei Motorrädern, die auch in unserer Unterkunft einkehren, mit denen wir abends Essen gehen und uns gut unterhalten. 


20.01.09 Rotorua - Tauranga, 70 km, Stand 7539 km

Bewölkt, morgens 16°C, später 20°C, nachmittags Sonne und wärmer. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns noch von unseren Hamburger Motorradfreunden, mit denen wir vielleicht noch mal die Endumania fahren wollen im Sommer, und fahren die 70 km nach Tauranga bis zum Hause von Dave Wallace. Dave hat neben der Isolationsfirma, die er erst kürzlich gekauft hat, einige Kiwifruchtplantagen sowie Grasland mit Rindern. Er hatte früher als Farmer mit Schafen angefangen. Er lädt uns ein, seine Kiwi- und Avocadoplantagen zu besuchen, erzählt sehr viel über die schwierige Haltung dieser Früchte, die verschiedlichen Sorten und Schädlinge, insbesondere auch der Pilzbefall der Wurzeln. Er macht die Arbeit nicht mehr selbst, sondern lässt sie inzwischen von Arbeitern ausführen. Die Avocados wachsen an riesigen Bäumen und werden mit Fangnetzen geerntet, die Bäume tragen noch reife Früchte, während bereits fürs nächste Jahr wieder kleine grüne Früchte nachwachsen. Wir nehmen einige Avocados nach Hause und machen uns daraus einen schönen Mittagssnack. Nachmittags fahren wir nach Tauranga, dann über die Brücke nach Mt. Maunganui, der Ort ist benannt nach dem gleichnamigen Vulkan, der als Verlängerung der Halbinsel direkt im Pazifik liegt. Wir klettern hoch und genießen den wunderschönen Ausblick auf den Ort, auf die Strände und auf die zerklüftete Küstenlinie. Hier ist auch ein großer Hafen mit Containern und zahlreichen Schiffen. Nachmittags kehren wir wieder zurück und unterhalten uns lange noch mit Dave, den wir zusammen mit anderen Neuseeländern vor eineinhalb Jahren im Sudan kennengelernt haben. Wir können auch in seinem großen wunderschönen Haus übernachten. 


21.01.09 Tauranga - Hahei, 178 km, Stand 7717 km 

Wolkenloser Himmel, morgens 18°C später bis 26°C. Nach dem Frühstück mit Dave und seiner Frau verabschieden wir uns und fahren entlang der Küste auf die Coromandel Halbinsel. Die Straße führt teilweise im Innenland, hier sind immer wieder erschreckende Waldrodungen zu sehen. Die Küste selbst ist wunderschön, schmale Buchten mit weißen Strand, bewachsen von großen Bäumen und mit palmenartig aussehenden, riesigen feingliedrigen Farnenbäumen. In Hahei, ziemlich weit im Norden, buchen wir einen Kanutripp und suchen uns eine schöne Frühstückspension. Am Nachmittag paddeln wir dann in einer Gruppe mit anderen Kanufahrern zu nahegelegenen Inseln und in die Kathedralengrotte, ein riesiges Sandsteintor mit bizzarer nadelartigen weißen Felsen an einem traumhafen Sandstrand, überwuchert von subtropischen Urwald, es plätschern Bäche die Felsen hinunter. Nach dem Abendessen fahren wir noch ein paar Kilometer zurück zu Hot Water Beach. Eine unterirdische Formation drückt heißes Wasser von unten in den Sand am Strand, so dass sich nach nur wenigen Zentimetern heißes Wasser unter dem Sand sammelt, wenn man hier gräbt. Viele Leute haben hier kleine Gruben ausgehoben und räkeln sich im heißen Wasser, während die Flut kommt und kaltes Wasser dazuspült. Schöner Sonnenuntergang und Rückkehr in die Pension. 


22.01.09 Hahei - Mangawhai, 438 km, 8155 km

Morgens 20°C, tagsüber bis 29°C, durchgehend Sonne. Die Tour heute umrundet die wunderschöne Coromandel Halbinsel und folgt der Küste. Die Westküste ist wesentlich weniger grün und wirkt auch nicht so romantisch, bietet jedoch breitere Strände. Im Süden der großen Bucht wendet sich die Straße dann wieder nach Norden, wir fahren die schmale Küstenstraße weiter, um die stark befahrene Nationalstraße nach Auckland zu vermeiden. Der internationale Flugplatz von Auckland liegt südlich, wir fahren hin, aber nicht um ihn uns anzusehen, sondern um den Flug von Wellington nach Sydney in Australien umzubuchen. Der Mann am Quantas-Schalter ist sehr nett und macht uns das kostenlos. Wir können jetzt, statt um vier Uhr morgens aufstehen zu müssen, bequem am Nachmittag fliegen und haben einen Tag mehr Zeit in Sydney. Auckland selbst ist eine relativ moderne Stadt mit Wolkenkratzern und einem riesigen Yachthafen. Wir fahren rasch durch, dann weiter entlang der Küste durch kleinere Orte, teilweise sogar mit Sandstraßen verbunden. Schließlich bleiben wir in Mangawhai, wo es einen berühmten Surfstrand gibt sowie die Klippen, die nur zu Fuß zu erreichen sind. Schönes Bed & Breakfast und Abendessen mit orangefarbigen Sonnenuntergang.


23.01.09 Mangawhai - Mangaoui, 279 km, Stand 8434 km 

Morgens 18°C, Nachmittags 28°C, durchgehend sonnig mit kleinen Wölkchen. Morgens gehen wir noch kurz zum wunderschönen Strand, bekommen dann ein üppiges Frühstück mit selbstgemixten Müsli und diversen Obstsorten. Die Straße folgt der Küste, wir münden dann wieder auf die weniger attraktive No. 1 mit viel Verkehr nach Whangarei, biegen aber dann wieder an die Küste ab, wunderschöne Buchten mit weißen Sandstränden großen Baumriesen, die den Strand beschatten und Farnenbäumen. Sehr hübsch ist der kleine Ort Russell, gelegen in der Bay of Islands, wo wir eine Kaffee- und Erdbeerpause machen. Wir folgen jetzt nun weiter der Küstenstraße, die aber teilweise im Inneren verläuft, die wenig attraktiven Waldrodungsgebiete machen hier auf die Jetzt-Zeit aufmerksam. In der Doubtless Bay bleiben wir in dem kleinen und süßen Fischerort, Mangonui, wo einige kältere kleine Hotels und Motels stehen. Abends gibts noch frisch gefangenen Fisch, im Restaurant, lecker. 


24.01.09 Mangonui - Dargaville, 428 km, Stand 8862 km 

20-29°C, sonnig. In der Früh weckt uns bereits im Bett die über dem Meer aufgehende Sonne. Es ist so angenehm, dass wir im Freien frühstücken können. Wir nehmen die Straße ganz nach Norden, die No. 1,  paralell zum 90-Meilen-Strand bis zum Cape Reinga. Die letzten 20 km sind Schotterstraße. Vorher biegen wir noch zu den riesigen Sanddünen im Westen ab, hier treiben die Kiwi’s allerlei Scherze, z.B. mit den Plastikbrettern auf den Bauch liegend den Sand heruntersurfen. Das Cape selbst ist gut von Bustouren besucht am Leuchtturm selbst gibt es einen wunderschönen Hinabblick auf die kleinen Buchten, sowie auf die Dünen im Westen. Die 100 km Rückweg ziehen sich ein bischen. Wir machen eine kleine Pause in Kaitaia, aber folgen dann einer Provinzstraße im Westen, müssen mit einer kleinen Fähren einen tiefergeschnittenen Meeresarm überqueren und erreichen dann zum frühen Abend den bekannten Kauriwald mit den riesigen, an die 100 Meter hohen Kauribäumen, die einen Stammdurchmesser von bis zu 16 Meter aufweisen. Wirklich eindrucksvoll zu sehen, wie winzig ein Mensch gegen einen solchen Stamm wirkt. Ähnliches hatte ich zuvor nur in Nordamerika (Sequoia und Riesen-Redwoodbäume) gesehen. Kurz vor Dargaville kehren wir in einem Farmhouse, das auch Zimmer vermietet ein, sehr hübsch und gemütlich. 


25.01.09 Dargaville - Auckland, 227 km, Stand 9089 km

Morgens 20°C, nachmittags 31°C. Wir starten zeitig und erreichen nach knapp einer Stunde Matakohe, hier gibt es ein interessantes Kaurimuseum mit Exponaten zu den gigantischen Kauribäumen und deren begehrtes Holz. Wirklich sehr interessant und lohnend. Weiter geht es dann über ein Stückchen auf der vielbefahrenen No.1 dann wieder an der Westküste lang nach Süden nach Auckland. Wir kehren hier in einem großen Stadthotel ein, dass trotz seiner zentralen Lage relativ moderate Preise verlangt. Sehr eindrucksvoll ist das große Aquarium, wo man als Besucher unter riesigen Glasröhren umgeben von Haien und Rochen sozusagen unter der Meereswelt hindurchwandert. Auckland selbst ist eine Großstadt mit zahllosen Geschäften, multikulturellen Einwohnern und einem riesigen Yachthafen, hier scheint jeder ein Boot zu haben. Abends gibt es noch Ente bei Chinesen. 


26.01.09 Auckland - Taopo, 355 km, Stand 9444 km

Sonnig 20-33°C. Wir verlassen Auckland über die Autobahn nach Süden zügig und wechseln vor Hamilton auf eine Landstraße, die uns zwei Stunden später nach Otorohanga bringt. Hier ist einer der wenigen Punkte in Neuseeland, wo man die Kiwivögel sehen kann. Die Tiere sind ja nachtakttiv und daher hat man ein überdachtes Gehege eingerichtet, das immer nachts beleuchtet und tagsüber weitgehend dunkel gehalten wird, so dass die Besucher die Vögel aktiv sehen können. Der Kiwi ist fast so groß wie eine Gans, mit einem sehr langen dünnen Schnabel, er läuft ständig herum und stochert im Boden nach irgendwelchen Tierchen, sieht sehr drollig aus.  Anschließend besichtigen wir noch die Waitomo Caves, hier verschwindet ein Fluß unterirdisch, es gibt typische Stalakmiten und Stalaktiten in Sandsteinformationen. Mit einem Boot überquert man einen unterirdischen Flußlauf, an dessen Decke zahllose Glühwürmchen kleben. Da es noch relativ früh ist, entschließen wir uns, noch zwei Stunden weiter nach Taupo zu fahren. Ein recht touristischer Ort mit guten Unterkunftsmöglichkeiten am gleichnamigen See, der eigentlich ein riesiger alter Vulkankrater ist. 


27.01.09 Rundfahrt Taupo, 76 km, Stand 9520 km

Nachmittags 29°C, Abends 23°C. Vormittags relativ bewölktes Wetter, daher starten wir erst kurz nach Mittags und fahren zunächst zu den Hukka Falls,  die sich aber, wie vermutet, als weniger eindrucksvoll erweisen, eigentlich findet man nur Stromschnellen eines schmalen Flußes. Etwa 30 km weiter besuchen wir, nördlich von Taupo, Orakei Korako, ein thermisch aktives Feld mit heissen Quellen, spuckenden Geysiren, farbigen Terassen, Staublöchern und einer Höhle, nur per Boot erreichbar. Es finden sich eindrucksvolle Farben und Formationen, interessanter und farbiger als das, was wir eine Woche zuvor in der Nähe von Rotorua gesehen hatten. 


28.01.09 Taopo - Wanganui, 280 km, Stand 9800 km

Sonnig, aber kühl 16-22°C. Nach dem Frühstück fahren wir östlich um den Taupo-See herum in das Gebiet der drei hohen Vulkane, der nördlichste scheint noch aktiv zu sein, aus verschiedenen Spalten entweicht Dampf. Der südlichste ist mit 2797 Meter auch der höchste, mit einer Schneekappe, hier gibt es auch ein Skigebiet, zu dem wir rauffahren. Es ist allerdings sehr kalt in einer Höhe von 1630 Metern, so dass wir rasch wieder runterfahren. Das ganze Gebiet ist ein Nationalpark und vom niedrigen Gebüsch bewachsen. In Ohakone ist es deutlich wärmer, hier machen wir eine Pause und fahren dann über eine schmale Provinzstraße nach Wanganui, eine größere Hafenstadt am gleichnamigen Fluß, wo wir in ein altes, etwas verstaubtes großes Stadthotel einziehen. Es ist so billig, das wir uns die "Gouverneur-Suite" gönnen, mit überdimensionierten Räumen und einem Massagebad. Das Hotel scheint aus den seltenen alten Kaurihölzern gemacht zu sein - die Bäume, die man heute kaum noch antrifft. Unten mit drinnen ist ein Irish-Pub, ganz tradizionell.


29.01.09 Wanganui - Wellington, 199 km, Stand 9999 km

Wir kommen heute, da wir das Frühstück im Hotel einnehmen, relativ früh weg, es ist noch recht frisch, 17°C, und den ganzen Tag dicht bewölkt. Die Strecke nach Wellington führt immer auf der Hauptstraße entlang, relativ langweilig, das letzte Stück ist Autobahn. In Wellington treffen wir zunächst mit Joe zusammen, die hat es aber eilig und muß aus dem Haus, überlässt uns jedoch ihr Gästezimmer. So hab ich Zeit, das ganze Gepäck vom Motorrad zu nehmen und die ganzen, nun nicht mehr benötigten Motorradsachen in eine Reisetasche umzupacken. Tankrucksack und Navigationsgerät werden demontiert und die entsprechende Verkabelung entfernt. Wir fahren jetzt das Motorrad, mit dem wir 7527 km unterwegs waren, noch zum Brendan, der uns in seinem Motorradladen empfängt, geben das Motorrad zurück. Wir lassen ihm 800 Euro, was wirklich günstig für vier Wochen Miete eines fast neuen Motorrades war. Nach einem Imbiss in Anna's Lieblingscafé gehen wir noch einige Stunden in den Shoppingstraßen von Wellington spazieren und kehren abends dann zurück. Ich bin relativ müde, daher gehen wir nicht auf das Open Air Konzert, auf das Gary und Joe gehen möchten, Abendessen im Thailokal. 


30.01.09 Wellington - Sydney

Nach dem Frühstück mit Joe werden noch die letzten Sachen gepackt und ich suche an Joe's Computer im Internet ein Hotel in Sydney, dass wir auch gleich buchen. Joe bringt uns netterweise zum Flugplatz und nach gut drei Stunden Flug sind wir in Sydney. Hier ist es sehr warm, viel wärmer als in Wellington, rund 30°C. Mit dem Taxi fahren in die Stadt, unser Hotel liegt direkt unter und hinter der berühmten Hafenbrücke, und unmittelbar benachbart dem coolen Altstadtviertel mit dem Blick auf das berühmte Opernhaus. Wir bummeln noch ein wenig herum und landen zum Abendessen in einem bayerischen Lokal, das wirklich sehr stilecht ist, fast wie daheim. Eine Band spielt bayerische Musik und die ganzen Chinesen, Japaner, Koreaner, Australier u.s.w. amüsieren sich königlich. Am Abend machen wir nochmal einen Spaziergang zur blauen Stunde für einige nette Fotos der berühmten Ecke hier. 


31.01.09 Sydney

Nach dem Frühstück spazieren wir zunächst durch das Hafenviertel zum Opernhaus, dann durch den botanischen Garten Richtung Kings Cross wo Anna beim Wicked Weasel Outlet Wäsche einkauft. Danach spazieren wir quer durch die Innenstadt und an einer großen historischen Mal wird noch ein wenig weiter eingekauft. Abends gibt es leckeres Känguruschnitzel und Rindersteak.


01.02.09 Sydney

Nach dem Frühstück vormittags mit dem roten Citybus Rundtour durch verschiedene Stadtviertel, mittags dann noch ein wenig shopping im Zentrum. Nachmittags fahren wir dann noch mit einer Hafenrundfahrt durch die Bucht,  insbesondere im Darling-Hafen entstehen noch eine Reihe schöner Fotos. 


02.02.09 Sydney - Singapur

Vormittags bei schwül halbbedeckten Wetter Frühstück im Hafenviertel, danach noch ein wenig Bummel bei den Opal-Läden. Rückkehr ins Hotel. Ein- und Umpacken des Gepäcks, Bustransfer zum Flughafen und Flug nach Singapur. 


03.02.09 Singapur - Frankfurt - München - Freyung

In Singapur umsteigen nach Frankfurt mit Quantas, und von Frankfurt dann mit Lufthansa nach München und schließlich mit dem Auto nach Hause. 


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