Nordindien 2005
V 2.2.1 vom 05.01.06 updated 23.01.11 ©2006-2011
Eine Motorradreise der besonderen Sorte: Von Nepal/Kathmandu, wohin ich das Motorrad per Luftfracht hatte transportieren lassen, geht die Reise bis an die indische Grenze nach Delhi, von hier nach Norden nach Shimla, einer Bergstation mit britischem Flair. Von hier durch
Ladakh und Kaschmir (diese Tour ist ausgelagert auf einer anderen Seite, da völlig verschiedenes Thema) und weiter nach Amritsar (Goldener Tempel der Sikhs), nach Rajasthan durch die Wüste Thar nach Bikaner (schönes Fort), nach Kakoo (kleines Dorf in der Wüste), Kimshar Fort (märchenhaftes Palasthotel zum kleinen Preis), Jaisalmer (die goldene Stadt in der Wüste, Fort, Altstadt, Kameltouren etc.), Jodhpur (Paläste), Udaipur (Paläste, zauberhafter Pikola-See), Ranakpur (die schönste Marmortempelanlage der Jains), Deogarh Mahal (Palast als Hotel), Jaipur (rote Stadt, Palast der Winde, Elefantenritt etc.), Fatehpur Sikri (Geisterstadt und Grabmal), Agra (Taj Mahal, sonst nervige Stadt, völlig überzahlt, schmutzig, groteske Eintrittspreise, nicht zu empfehlen!), Khajuraho (erotische Tempelanlagen, zauberhaft schön gelegen), Varanasi (Benares, die vieleicht "indischste" Stadt am Ganges mit heiligen Zeremonien, Totenverbrennung, aber auch einem extrem aggressiven, dichten, rücksichtslosen, geradezu lebensverachtenden Verkehr - in einem Tag werden wir hier 22 mal gerammt und rundrum verbeult, glücklicherweise ohne Verletzungen). Von hier geht es nach Norden wieder nach Nepal.
Die Gesamtstrecke war 8747 km lang
(Tourkarte, 760 KByte), die diesmal besonders anstrengend waren.
Hier die wichtigsten GPS-Wegpunkte der Tour (Textfile). Nein, nicht weil die Pisten oder Strassen so schlecht sind (das sind sie nur zum Teil), sondern weil sie so dicht "bevölkert" sind. Kinder, Tiere, Karren, Kühe, Hunde, Lastwagen und moderne Autos, zahlreiche kleine Motorräder und Mopeds und Fahrradfahrer bewegen sich völlig anarchisch über die Strassen, ohne jede Vorsicht, auf der Strassenseite ihrer Wahl, ohne Sicherheitsbewusstsein oder Abstand. Es wird auf den Zentimeter aufgefahren und an den unglaublichsten Stellen überholt, ohne Rücksicht auf den Gegenverkehr. Man wird hemmungslos abgedrängt, wenn sich zwei Lastwagen überholen, z.B. in eine Schulklasse am Strassenrand gezwungen auszuweichen oder auch in einen Abgrund. Unzähliche zerschmetterte Autowracks und jede Menge Kadaver säumen den Strassenrand, oder die Talgründe in den Bergen. Als Motorradfahrer hat man hier wahrhaft schlechte Karten. Das soll eine Warnung für alle sein, die da hin wollen - wir werden ja im Gegensatz zu den Hindu nicht wiedergeboren. Vor 20 Jahren
war ich bereits mal mit dem Motorrad in Indien, da war der Verkehr bei weitem noch nicht so schlimm - ich kenne weltweit (Kairo, Mexiko City und Bangkok eingeschlossen) nichts Vergleichbares. Den Ablauf der gesamten Tour
hat Anna in Ihrem Tagebuch aus Sozia-Sicht festgehalten (Ladakh, Rajasthan und Nepal).
Noch ein paar organisatorische Angaben: Die Motorradspedition für den Transport unserer zwei Motorräder war mal wieder
GS-Sportreisen in München, die von
Bernhard Walter kundennah und individuell betreut wird. Leider sind die Transporte teuer geworden, und so einfach Aufpalletieren (wie früher) geht heute aufgrund der immer strengeren Bestimmungen der Fluggesellschaften auch nicht mehr, es muss eine stabile Kiste gebaut werden, und alles wird als Gefahrenguttransport gehandhabt. Noch lästiger ist, daß eigentlich auch nicht einmal das Reisegepäck dazugepackt werden darf. Der Flug erfolgte mit der Quatar Airways, die dieses Ziel relativ günstig und mit modernem Fluggerät und ordentlichem Service bedient, kann auch
online gebucht werden. Das Motorrad war nicht speziell für die extreme Höhen vorbereitet und funktionierte trotzdem einwandfrei, dank des bewährten Bing Gleichdruckvergasers. Neben einem fest montierten Garmin 276c GPS-Gerät erleichterten in Folien laminierte Farbkopieen der Nelles Karten die Navigation. Ausser in Kathmandu, wo wir im empfehlenswerten
Trekkers Holiday Inn bei der Schweizerin Yolanda für unsere Ankunft ein Zimmer reserviert hatten, hatten wir nirgends Übernachtungen reserviert. Indien und Nepal bietet als klassisches Reiseland genug Unterkünfte vor Ort in allen Preisklassen.
Auf den 26 folgenden Fotoseiten sehen Sie 624 Bilder dieses Reiseabschnitts. Um der am häufigsten gestellten Frage zuvorzukommen: die Bilder wurden mit meiner Digital-SLR Canon 1DsII mit den Brennweiten EF 17-40mm L, EF 24-70mm L und EF 100-400mm IS L sowie vereinzelt mit dem Fisheye EF 15mm gemacht. Ich hatte insgesamt 52 Gbyte an CF-Karten dabei, und alle Bilder wurden im jpg-fine Modus gepeichert, der Platz reichte "so eben" aus. Ich kann nur jedem abraten, mobile Festplatten oder gar Notebooks auf dem Motorrad mitzunehmen. Eine solche Tour, die Vibrationen, den Staub und den häufigen Energiebedarf dürften sie nur mit viel Glück überleben, vom Zusatzgewicht und den zusätzlich nötigen Netzteilen und Steckeradaptern mal ganz abgesehen. Für gewerbliche Anwender: die Bilder lassen sich in 4992x3328 Pixel Größe erwerben. Schreiben Sie mir eine
Mail.
Annas Video
Hier ein Überblick über die Reisetage mit der jeweils ersten zugehörigen Foto-Indexseite:
[Home]